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6. September 2014

Wahre Liebe kennt kein Happy End.. ihr wisst.

Die aufmerksamen Leseherzen unter euch habens bei Instagram bestimmt gesehen - der Herzmann und ich haben am 25.08. unser 4-jähriges gefeiert. 4 Jahre mit dem wunderbarsten Mann, den man sich vorstellen kann.. Aber ich schreibe das hier nicht, um Lobeshymnen auf meinen Mann zu halten. (Obwohl.. ich könnte das ewig weiterführen!) Nein, darum solls heute nicht gehen.
Eher möchte ich euch teilhaben lassen daran, wie es dazu kam, dass ich diesen wunderbaren Kerl heute mein eigen nennen kann..
Heute noch zaubert es mir ein Lächeln ins Gesicht, wenn ich an unsere erste Begegnung denke. Soll ja noch Paare geben, die sich nicht aus dem Internet kennen - wir sind so eins. Guckt genau hin, is' selten geworden. :P


Angefangen hats eigentlich damit, dass ich keinen Bock aufs Abi hatte. 11.Klasse - 0 Punkte in Mathe. Tschüss, Abi! Gut, ich hab mich auch nicht wirklich drum bemüht - ich wollte Erzieherin werden und dafür ist kein Abitur notwendig. Wusst ich schon. Okay, das Jahr zu wiederholen war definitiv keine Alternative für mich - also raus aus der Schule. Aber was sollte ich mit mir anfangen? Ein FSJ. Meine beste Freundin hat eins gemacht, klang super. Erstmal ein Jahr arbeiten gehen. Ein bisschen Geld verdienen, weg von der Schulbank. Gesagt, getan - direkt die Wunschstelle in einer KiTa bekommen. Die Arbeit machte mir großen Spaß und ich war mir sicher, meinen Traumjob gefunden zu haben. Aber wer selbst FSJ-ler ist oder war, wirds wissen: zum FSJ gehört nicht nur das Arbeiten in der Einsatzstelle, sondern auch Seminare.
Total planlos, was das denn nun sollte, fuhr ich also am 16.08.2010 nach Teterow zu meinem ersten Seminar. Ich kannte keine Sau, also fuhr ich allein von Rügen nach Teterow und traf erst dort am Bahnhof auf andere Planlose, die sich als meine Kollegen entpuppten. In der Unterkunft angekommen, wurden wir den jeweiligen Kursleitern zugeteilt - meine hieß Bianca. Gut, dachte ich, kenne ich nicht, macht auch keinen Unterschied mehr (hätte ich da schon gewusst, welchen Unterschied es machte, bei Bianca zu sein und nicht bei irgendwem anders!) Kurz darauf saß ich in einem Seminarraum, in dem die Schlüssel für die Zimmer ausgegeben wurden. Mit einer Wildfremden. Sie war mir auf Anhieb super sympathisch, weshalb ich beschloss, mir mit ihr ein Zimmer zu teilen. (Eigentlich verrückt, oder? Aber mir blieb auch nichts. Ich kannte ja keine Sau.) Nachdem wir das Zimmer bezogen hatten, sollten wir uns alle nochmal im besagten Seminarraum zur Kennenlernrunde treffen.
Ich betrat den Raum, in dem schon die anderen saßen, die Bianca zugeteilt worden waren. Ich setzte mich auf einen freien Stuhl und ließ erstmal meinen Blick schweifen.. Meine ersten Gedanken zu den Anwesenden waren die üblichen "Arrogant, Tussi, Spasti.. hier find ich keine Freunde." (Glaubt man vielleicht gar nicht, aber ich neige dazu, Leute erst zu verurteilen und sie später dann doch ins Herz zu schließen. Komisch, aber ich komm nicht davon weg. Sorry nochmal dafür!) Aber dann - BÄÄÄNG - streifte mein Blick IHN und blieb an ihm haften. Da saß doch tatsächlich der Traummann schlechthin. Groß, breite Schultern, dunkles Haar (Maulwurfsfell, wie ich es ab zu und liebevoll nenne) und Brille. Ich steh auf Brillen bei Männern, ganz ehrlich. Nur der Bart fehlte ihm noch.
Ich konnte erst gar nicht wegschauen und lief vermutlich direkt knallrot an. Okay, dachte ich, beruhig dich, der ist vergeben. Ich verwette meinen Arsch darauf, dass der mindestens ein schwedisches Model zu Hause sitzen hat, dass ihm wahrscheinlich auch stündlich zuckersüße Nachrichten schickt. Tjaja, find dich damit ab. Solche Männer wollen keine Landpomeranzen wie dich und jetzt GUCK ENDLICH WEG! Wird ja langsam peinlich.
Ich zwang mich also, in eine andere Richtung zu gucken und stammelte irgendeinen Mist vor mich hin, als ich aufgefordert wurde, mich vorzustellen. Scheiße, dachte ich. Du siehst heute nicht nur besonders bratzig aus (hätte ich mal für die Fahrt doch nicht die ältesten Klamotten ausm Schrank gekramt), du laberst auch nur Mist. Okay, Anne, Chance vertan. Find dich damit ab. Übersteh die Woche irgendwie und verkrümel dich wieder. Ganz leise und unauffällig, ohne weitere Peinlichkeiten. Sollte aber anders kommen.
Wie das eben so ist, wenn ein Haufen junger Menschen sich zum ersten Mal begegnet, wird erstmal abends lange zusammengesessen, um sich gegenseitig abzutasten und auszuloten, mit wem man die Zeit am besten überstehen könnte. Da aber nicht nur meine Gruppe in dieser Woche zum Seminar geladen wurde, waren wir eine etwas größere Runde.
Ich erinnere mich noch heute genau an diesen Raucherpavillion draußen auf dem Gelände, in dem wir abends saßen. Ich war 17.. aber scheiß drauf, Fluppe geht voll klar! Da saß auch der Traumman, umringt von Mädels, die ihn anhimmelten und immer dichter rutschten und wie bescheuert über seine semi-lustigen Witze kicherten. Ja, dachte ich, ihr Bitches, schmeißt euch schöööön billig ran, der ist eh vergeben.Und tatsächlich- er reagierte auf nichts. Die schönsten Mädchen bekamen nur die kalte Schulter. Gut, Verdacht bestätigt, schwedisches Model zu Hause. Gibs auf, Anne.
Schon sehr geknickt zog ich also die Tage so durch, bis dann der Ausflug nach Rostock anstand. Unsere Gruppenleiterin war spontan krank geworden und übertrug dem Traummann die Aufgabe, die Gruppe zu leiten. Im Bus nach Rostock erfuhr ich dann, dass er sich einen Mitstreiter hatte aussuchen sollen - und die Wahl war allen Ernstes auf mich gefallen. AUF MICH! Ich war völlig aus dem Häuschen und vergewisserte mich nochmal beim Nebenmann, ob da eben wirklich mein Name gefallen war und ob wir nicht vielleicht noch eine andere Anne in der Gruppe hatten, die mir entgangen war. Nein, ich sollte es sein. Gut, dachte ich, nimm es erstmal so hin.
In Rostock angekommen stieg ich aus dem Bus und wartete auf den Traummann, einfach um ihn zu fragen, welche Vorgaben es für den Tag gab. Als er es denn endlich aus dem Bus geschafft hatte, waren alle anderen schon verschwunden. Ich war ganz allein mit dem Traummann. GANZ ALLEIN! Lässig, wie ich vorgab zu sein, riss ich einen Witz darüber, dass ich meine Zeit wohl jetzt mit ihm verbringen müsste. Und so wars dann. Wir schlenderten allein durch Rostock, shoppten, lernten uns kennen. Und immer mehr stellte ich fest, wie perfekt dieser Mann war und immer noch ist.
Als wir wieder zur Gruppe stießen, erntete ich mehrere äußerst eifersüchtige Todesblicke - aber sie waren mir egal. In meinen spontanen Tagträumen malte ich mir romantische Kussszenen aus - die es nicht gab. Die Woche verging, wir verabschiedeten uns. Wir hatten keine Nummern ausgetauscht, ich kannte seinen vollen Namen nicht, nichts. Und so nagte wieder die traurige fast schon Gewissheit an mir, dass er nun nach Hause zu seinem schwedischen Model fahren würde.
Wieder zu Hause angekommen, vermisste ich ihn heftig und konnte nichts anderes tun, als auf ein Zeichen von ihm zu hoffen. Und das kam dann - per MeinVZ damals (waren das noch Zeiten.) Endlich tauschten wir dann Nummern aus und stunden- und tagelang schreiben wir Nachrichten hin- und her, die meinerseits immer frecher wurden. Er ließ sich auf nichts ein, mit nichts konnte ich ihn aus der Reserve locken. Mist, verdammter. Irgendwie musste er doch zu knacken sein.. Und dann, für mich ganz plötzlich und aus heiterem Himmel, lud er mich zu sich nach Greifswald ein. Ich setzte alles auf eine Karte und fuhr am 25.08. morgens nach Greifswald, wo er am Bahnsteig schon auf mich wartete. Ich stieg aus, umarmte ihn und hielt ihn einfach nur fest. Er roch so verdammt gut. Als es mir doch komisch vorkam, mich so lange an ihn zu klammern, ließ ich los. Es dauerte eine Weile, bis wir warm wurden, denn eigentlich bin ich doch ziemlich schüchtern.
Er schlug vor, mir Greifswald zu zeigen, weil ich doch tatsächlich nie vorher dort war. Was eignete sich besser, als Greifswald von oben zu betrachten? Wir kraxelten also auf den Dom. Ich. Mit meiner Höhenangst und fast kaum vorhandener Kondition. Eeeegal, ich wollte diesen Mann und genoss jede Sekunde mit ihm. Auch hoch oben und völlig aus der Puste. Oben angekommen erklärte er mir dieses und jenes Gebäude - was er sagte, weiß ich heute nicht mehr. Ich bezweifle, dass ich es je richtig gehört habe. Ich weiß nur, es war sehr windig an diesem Tag. Wir gingen also um den Turm herum, der Wind pfiff um meine Ohren und irgendwann griff ich einfach nach seiner Hand. Er hielt sie fest. Ab da an weiß ich nichts mehr. Nur, dass ich irgendwann am Geländer stand, über Greifswald blickte und er sich hinter mich stellte. Ich drehte mich um und sah direkt in seine grün-braunen Augen, 10cm von meinem Gesicht entfernt. Nachdem ich ihm gefühlt 3 Jahre verwirrt ins Gesicht gestarrt hab, nahm ich meinen ganzen verbleibenden Restmut zusammen und.. er küsste mich. ER KÜSSTE MICH!
Der Rest ist Geschichte.
Unsere Geschichte.

1 Kommentar:

  1. Ach Gott. Das ist so schön geschrieben, man spürt richtig die Liebe dahinter. Sowas finde ich wundervoll und ich gönne es dir von Herzen! ♥

    Ganz liebe Grüße,
    Angi ♥

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