Ich präsentiere euch also voller Stolz jetzt meinen eigenen Herzmann ganz exklusiv als Gastautor auf meinen Blog. Enjoy! :)
primus inter pares
… hier kommt brandaktuell ‚Au
Revoir‘ von Mark Forster. Es kommt so oft im Radio, dass man meinen könnte, er
wolle überhaupt nicht gehen… deswegen „auf Wiedersehen“? Es ist wohl eher eine
Höflichkeitsfloskel, gar Anstand dies zu sagen. Doch zu viele Abschiede sind
für immer.
„vergessen wer ich war“ tönt es
aus dem Radio. Gute Frage. Wer war ich denn? Nunja, am Namen und meiner
Herkunft hat sich nicht viel geändert; es sind schlicht nur Fakten. Äußerlich
dagegen schon einiges – ja, man könnte meinen, ich sehe verdammt gut aus –
immerhin hat sich da so einiges in den letzten 23 Jahren getan. Aber innerlich?
„Es wird nie mehr sein, wie es war“ ja natürlich nicht Mark. Alles ist anders.
Alles wird anders. Restlos alles verändert sich. Doch was bleibt eigentlich?
Fast jeder von uns kommt in den
unfreiwilligen Genuss der einzelnen Phasen im Leben: Kindergarten (na gut, für
manche ist hier schon Schluss), Schule, Ausbildung oder Studium; und dann
geht’s los. Der Ernst des Lebens. Jetzt erst? Natürlich nicht! Der Ernst des
Lebens beginnt mit dem Leben selbst.
Ich muss dabei leider viel zu
sehr miterleben, wie Menschen um mich herum einfach stehen bleiben. Sowohl auf
ihrem naiven Standpunkt ihrer kleinen Seifenblase, die nur darauf wartet zu zerplatzen.
Und dann? Dann folgt das große Erwachen und Mutti wird sicherlich nicht sagen:
„Egal Digger, YOLO.“ – „zum Kotzen vertraut eben“ – trotzdem noch zwei zu eins
für mich Mark.
„Es gibt nichts, was mich hält“.
Ob du weißt, was du singst Herr Forster? Mich hält so vieles hier – und ja, ich
weiß auch, wie es woanders auf der Welt aussieht. Doch was genau hält einen
eigentlich? Schaut euch doch mal um. Oder ist es vielleicht doch nur die Macht
der Gewohnheit, das Bequeme?
Nicht ganz. Da wäre zum einen die
Familie. Ja okay, es ist wissenschaftlich belegt: man kann sich seine nicht
aussuchen. Freunde dagegen schon. Kann man? Doch waren es früher vielleicht noch
um die zehn, sind es heute bei Facebook schon über 300. Das ist Spartaaa!!! Naja,
nicht ganz Leonidas. Aber wie viele hat man denn nun eigentlich bzw. wie viele
braucht man denn? Fünf? Sind das zu wenig oder doch noch zu viele? Wer kann das
schon sagen, denn wer ist schon ein Leben lang an meiner Seite? Wer ist
wirklich Freund?
Eine spontane mutige Antwort
darauf: meine Verlobte, denn sie ist alles für mich – Kumpel, Freundin,
Überlebenskünstlerin, Feindin und Beraterin in allen Lebenslagen; und das nun
schon seit mittlerweile vier erlebnis- und ereignisreichen Jahren. Trotzdem
würde ich nie auf die aberwitzige Idee kommen, ihr „auf Wiedersehen“ zu sagen.
„Auf Wiedersehen“ sagt die übertrieben freundliche Bäckereifachangestellte
hinter dem Tresen, nachdem sie mir drei Brote, sieben Brötchen und vier Stücke
Kuchen aufgeschwatzt hat – und letztendlich schmeißt man doch die Hälfte weg.
Aber klar, haben ist ja bekanntlich besser als brauchen.
Sieh dich um, bevor du jemandem
„auf Wiedersehen“ sagst. Es könnte das letzte Mal sein. Ich bleibe, denn ich
werde gehalten.
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